009_Soest – Praktische Kurzhaarfrisuren & Nerderfahrungen

0036 2012_06_30

In der zünftigen Brauereigaststätte Aloisius in Soest. Gerade ist eine Busladung Rentner aus dem Sauerland abgefahren. „Mach hin, der Bus kommt um 20 nach, blockiert die Straße, wir müssen looos, trink aus, Ja, Ja. Boah ey, Druckbetankung.“ Über mein Schnitzel mit Pfefferrahmsauce und üppig Bratkartoffeln sehe ich einen Planwagen der mit vielen Landfrauen mit praktischen Kurzhaarfrisuren beladen ist. Inzwischen grölen sie zufrieden am langen Tisch hinter mir. Da bin ich also: Erste Station außerhalb des Orbits von Köln und Bochum und schaue entspannt und neugierig in die Welt.

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Die Ostwestfalen sind sehr gesellig und REDEN unaufgefordert. Rheinische Vorurteile kann ich nicht bestätigen. Beim Frühstück in der Sonne vorm Café wurde mir heute zweimal von Passanten ungefragt „Gutten Appetitt“ gewünscht. Soest, schmuckes Landstädtchen ist klein genug, dass man sich auf der Straße grüßt. Der Ort wird auch normal bewohnt (Woolworth, Tatto-Studio, Rewe, Spielhallen, Sahara Grill und kleine Buchhandlung am Potsdamer Platz) – ist nicht allein Touristenkulisse.
Meine Nerderfahrung: Ich hab ein Navi. Von Aldi. Günstig mit Karten von Deutschland. Und auf der CD waren die Karten für alle europäischen Länder. Brauch ich ja jetzt. Wollte ich vorgestern mal eben aufspielen. CD Laufwerk an Rechner, Rechner an Navi, Gefummel – Daten überspielen, warten – noch mehr rumbasteln. Endlich alles drauf: UND – es geht nicht. Nicht mal mehr Deutschland. Nix,  Navi will dass ich eine MiniSD Karte einlege, die ich gar nicht habe. Ich fahr mit dem Handy Navi nach Soest. Geht auch. M.M. meint, man braucht Navis nicht mehr. Ist ja alles auf dem Handy. Stimmt. – Prinzipiell. Aber das ist mir dann doch zu viel. Sonst kriegt mein Handy noch Burnout.

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Heute wollte ich dann – mit MiniSD Card – schnell das Navi Problem lösen. Drei Stunden Vorgeschichte hatte ich ja schon und heute hab ich den Nachmittag mit kleinen Dateien im Café verbracht. Da wärs schlauer und billiger gewesen einfach ein neues Navi zu kaufen. Aber das lässt die Ehre oder die Verbohrtheit nicht zu. Ging vorher, muss wieder gehen. Und eine Hürde baut sich vor die nächste: Wieso lässt sich die Mini SD Karte nicht beschreiben? Nach diversen Versuchen, wie die Labormaus im Labyrinth: Der Adapter hat einen kleinen Schalter. Ah, Nie vorher gesehen, so einen Schalter am Adapter. Stundenlanges rumprobieren, kleine Fortschritte. Das Datenkabel hat Wackelkontakt. Die Bedienungsanleitung – ja ich habe sogar in die Bedienungsanleitung geschaut – meint man sollte selbst Ordner anlegen und da die Installationsdaten rein tun. Was die aber sind, das sagt die Anleitung nicht. Silvi puzzelt gern. Was Nerds tun ist ganz ähnlich. Zurück im Kögel noch ein Versuch. Ziehe Daten aus einem Wust an Dateien in den selbstgemachten INSTALL Ordner und: JA es macht was, es installiert. Jippiiee. Navi startet wieder. Leider ist alles in Türkisch. Funktioniert aber einwandfrei.
Entweder lerne ich jetzt „In 300 Metern rechts abbiegen“, und „Wenn möglich, bitte wenden“ auf Türkisch oder ich finde raus, wieso es geklappt hat und wo das alles auf Deutsch ist. Und, nach noch ein paar kleineren Rückschlägen: Paaaling Paalong. FORTSCHRITTSBALKEN. Plong. Es geht. Ja. Sogar die Karten von Mazedonien sind drauf. Das 5000er Puzzle ist gelöst. Nörds wollen an kniffligen Aufgaben basteln. Es geht gar nicht um das Ergebnis, sondern um den Weg dahin. SIE HABEN IHR ZIEL ERREICHT.

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