046_Sogliano al Rubicone – Käse im Loch & Heiliger auf dem Rost

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Mit Le geht es in Richtung Süden. Da das Wetter in der Mitte Italiens etwas Herbstlich wird – unter 20 Grad, bedeckt und manchmal Regen – beschließe ich doch noch nach Apulien zu fahren. Le schwärmt doch so davon. Wir wollen auf dem Weg San Marino besuchen. Eine veritables eigenes Land, mitten in Italien.

Das Navi führt uns durch die zauberhafte Landschaft der südlichen Emiglia Romana. Sieht aus wie Toskana, ist aber touristisch so gut wie nicht erschlossen. Wir sehen einen hübschen Ort auf einer Bergspitze und beschließen dort eine Pause zu machen. Der Ort heißt Sogliano al Rubicone und liegt an dem Fluss, den man aus den Asterixheften oder dem Lateinunterricht kennt. Berühmt ist der Ort für seinen Käse, den Fromaggio die Fossa.

Im Ort gibt es seit Jahrhunderten Häuser, die im Keller große Kavernen aus Tuffstein haben. Zur Lagerung und zum Verstecken von Korn und anderen Lebensmitteln. Vor ein paar hundert Jahren sind die Soglianer drauf gekommen, dass Schafskäse, den man für ein paar Monate in diesen Löchern unter Luftabschluss auf Stroh lagert, ganz hervorragend schmeckt. Und das machen sie bis heute. Ich finde, das ist ein sehr angenehmer Beruf: Die Schäfer hüten die Schafe, melken, machen Frischkäse und liefern in Leinensäcken nach Sogliano an die Löcherbesitzer. Die machen nichts anderes, als die Säcke in die mit Stroh ausgekleideten Löcher zu legen, alles schön dicht zu machen und 4 Monate zu warten. Danach können Sie das ganze Jahr den Käse in die weite Welt verkaufen.

 

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Wir kamen gerade an, als die letzten Kavernen zugemauert wurden. Der Käse ist extrem lecker, besonders für Käsesaucen mit Pasta. Ansonsten gibt es in dem Ort noch eine Kirche, die dem Heiligen Heiligen Laurentius von Rom gewidmet ist. Dessen Wahrzeichen der Grillrost ist, auf dem er zu Tode geröstet wurde. Dieser Rost ist prominent in die Kuppel der Kirche gemalt, mit Engelchen, die den Rost zum Himmel tragen. Christentum ist oft so sado-maso. Aber bitte – wems gefällt. Ob der Heilige Laurentius jetzt der Schutzpatron der Grillbudenbetreiber ist?

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