056_Paestum – Zufällig entdeckte Tempel

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Jetzt aber nach Pompeji. Auch ein magischer Ort. Schon als Kind habe ich von der versunkenen Stadt gehört. Die wie im Märchen unter Asche begraben wurde, mit Mann und Maus, Weib und Wagen. Die Römer, versteinert in den Straßen, gerade da, wo der Vulkan sie erwischt hat. Und dann die Vorsatz Seiten meines Lateinbuchs auf denen eine seltsame Wandmalerei abgebildet ist. Irgendeine Orgie. Die Lateinlehrerin Frau Schreiber bedauerte, dass dort nicht mehr die Landkarte des römischen Imperiums zu finden war und erklärt und, dass dies die Darstellung einer Orgie aus der Villa der Mysterien in Pompeji ist. Ich hoffe, dass mir 3 bis 4 Tage für diese Zauberstadt ausreichen. Über das reale Pompeji habe ich mich nicht informiert, um die Vorfreude zu behalten.

Auf dem Weg – ich scheine von der Hauptstrecke abgekommen zu sein – ist das Navi vielleicht auf „kürzeste Route“ eingestellt, sehe ich plötzlich einen idyllischen Wegweiser nach Paestum. Da war doch was. Ist das nicht auch eine verschüttete Stadt. Mein antikes Halbwissen schlägt an. Komm, da fahr ich auch noch schnell hin.

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So zufällig, wie ich Paestum entdeckte, wurde es im 18. Jahrhundert auch von den europäischen Reisenden entdeckt. Nicht vom Vesuv verschüttet sondern einfach im Sumpf und Schilf für 1500 Jahre vergessen, stand dort eine griechische Stadt mit perfekt erhaltenen Tempeln. Und sie stehen da heute noch. Einfach so. Seit 2500 Jahren. Zwischen den Tempeln die Ruinen von Wohnhäusern. Kniehohe Mauern zeigen, wie man gewohnt hat. Hier die Hauptstraße, da die Nebenstraße, der Eingang zu meiner Villa. Schräg gegenüber war der Bäcker. Hier lief die Wasserleitung. Da liegen noch die Säulen, die wir damals bestellt haben.

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Die Tempel sind so gut erhalten, dass man meinen könnte, sie sind im 19. Jahrhundert gebaut. Es ist umgekehrt. Die Tempel in Paestum waren wahrscheinlich das Vorbild für die ganzen Walhallas, Madeleines, British Museums, die im 18. und 19. Jahrhundert gebaut wurden. Paestum – Das Original. Die Gegend ein Traum. Ein paar Kilometer zum Meer, im Hinterland ein Felsen für Gleitschirmflieger. Mildes Licht und schön warm. Wenn ich am 1. November nicht in Bochum sein müsste, würde ich hier bleiben.

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