058_Letzte Ausfahrt Pompeji

0393 2012_10_23

Paestum liegt so, wie ich es mir von Pompeji gewünscht hätte. In einer vergessenen Landschaft, in es einen nicht wundern würde, wenn gleich Goethe mit diesem übergroßen Hut auf einem Ochsenkarren sitzend um die Ecke käme. Pompeji dagegen liegt in einer Art Gewerbegebiet. Ich hab es vor lauter Kreisverkehren, Autobahnauffahrten, Restaurants und Parkplätzen erst mal nicht gefunden. Ich bin dann einfach dorthin gefahren, wo es die meisten Souvenirläden gab und ja – Da ist der Eingang. Pompeji ist gefühlt auch ein Vorort von Neapel. So unübersichtlich, dass ich mich lieber auf einen bewachten Parkplatz stellen wollte. Parken war aber teurer als der Campingplatz. Also Camping unter Orangenbäumen.

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Das Pompeji der Realität kam leider gar nicht in die Nähe des Pompejis meiner Phantasie. Es ist nicht die vom Vulkan mitten im Leben eingefrorene Stadt in der an jeder Ecke versteinerte Römer im Dornröschenschlaf liegen. Pompeji ist größtenteils leer und zu und aufgeräumt. Man läuft holprige Straßen entlang, rechts und links römische Häuser ohne Dach und Inneneinrichtung. Die meisten Häuser sind nicht zugänglich. In dem riesigen Areal kann man vielleicht 20 Villen besichtigen. Hier und da ein Graffitto eine Wandreklame. Aber die große Katastrophe oder das Alltagsleben hat man weggeräumt. – Auch hat man in den letzten 200 Jahren wohl eine ganze Menge an Wandmalereien abgenommen und an Engländer oder Amerikaner verkauft. Insgesamt sieht man den Rohbau einer römischen Stadt.

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Und die versteinerten Römer. Sind eigentlich mit Gips ausgefüllte Hohlräume, die die Toten hinterlassen haben. Die werden in einem großen Magazin am Forum in die Regale einsortiert. Zu den Amphoren. Neben einer kauernden Figur steht ein Marmorbrunnen. Durch die Gitterstäbe werfen Menschen Münzen in den kleinen Brunnen. Die kauernde Figur wirkt dadurch unfreiwillig wie ein Bettler oder jemand, der  das Elend auf der anderen Seite der Gitterstäbe nicht mehr ansehen will . Dann sah ich noch die Villa der Mysterien. Die Wandmalereien waren wirklich eindrucksvoll. Was sie genau bedeuten, weiß man immer noch nicht. So etwas finde ich gut. Ein bisschen Mysterium soll bleiben. Trotzdem war ich nach einem halben Tag mit Pompeji durch.

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