061_Regensburg – Walhalla & Historisches Eck

0438 2012_10_28

Auf der Alm noch Hirschgulasch mit Semmelknödel. Weizenbier mit Ausblick. Dann schöner Abstieg. Abends Fahrt über den Brenner ruckzuck durch Österreich auf einmal bin ich wieder in Deutschland. Fahre in die Nacht an München vorbei und übernachte gute 100km vor Regensburg in einem geleckten Bayrischen Städtchen nahe der Autobahn. Zurück in Deutschland und es ist Herbst. Laubbäume mit bunten Blättern. Es ist schön. Am nächsten Tag treffe ich Silvi und wir erkunden Regensburg. Die Stadt hat etwas italienisches, kein Wunder, wurde ja auch von den Römern gegründet, die sogar noch ein Stadttor stehengelassen haben. Alles in Regensburg ist sehr bayrisch, überall gibt es Trachtengeschäfte und für eine so kleine Stadt ein obszönes Überangebot an Outdoorläden. Manche Trachtensachen sehen sogar cool aus. Ein wenig Manufactum cool, gewiss, aber die Sachen sehen so aus, als würden sie ewig halten. Der Wunsch Haferl Schuhe zu besitzen ergreift von mir Besitz. Haferlschuhe sind Halb=Haferl Schuhe, die man gern zur Tracht trägt. Diese Schuhe sehen schlicht und zeitlos aus, sind gut verarbeitet und haben mit den seitlich angebrachten Schnürbändern doch etwas eigenwilliges. Eine resche Verkäuferin, die soviel redet wie eine Rheinländerin verkauft mir den Mercedes der Haferlschuhe von Meinl. Warnt mich auch vor, dass man die noch ein bisschen einlaufen muss. Ich lass sie gleich an und nach einer halben Stunde humpele ich wie ein Kriegsversehrter.

 

Als ich mit Silvi beim Landgasthof außerhalb von Regensburg ankommen und ich vom Auto zum Zimmer humpele, fragt der Besitzer, ob ich verletzt sei. Ich stöhne: „Neue Haferlschuhe!“ und er fängt laut an zu lachen. Das scheint also auch den Bayern so zu gehen. Wir haben beim Landgasthof die Suite bekommen, da ich eine Wanne wollte. Weltentrücktes Baden mit Esomusik, Bier und Süßigkeiten, während es draußen zu Schneien anfängt.

0435 2012_10_28

Als Hauptattraktion für unseren Regensburg Treff haben Silvi und ich einen Tisch im Historischen Eck reserviert. http://www.historisches-eck.de/ Ein Gasthaus nennt es sich und der Chef heißt – Nomen est Omen – Anton Schmaus. Der Abend war wunderbar. Ein Luxus, wie ein Opernbesuch. Schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selbst probiert hat. Gut angelegtes Geld.

Wir besuchen die Walhalla. Ein Paestum deja vu. Etwas besser in Schuss aber auch in würdiger Landschaft. Drinnen suche nach den Marmorbüsten unserer Idole. Beethoven, Heine, Einstein. Wie es scheint, werden Leute aus der Walhalla nicht wieder herausgetragen. Denn einige Helden der Befreiungskriege kennen sicher nur noch Spezialisten. Dazu gibt es noch diverse Hunnen und Cherusker, die heute man heute wahrscheinlich eher nach Den Haag, als nach Regensburg schicken würde. Aber doch, gut die Hälfte der Köpfe kennt man – zumindest dem Namen nach.

 

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