075_Almeria – Ölwechsel, Badewanne, Tapas & der Kettlebellswing

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Meinen Geburtstag will ich in einem Hotel feiern. Zur Abwechslung. Vorher gilt es noch ein paar Dinge zu organisieren. Der Kögel braucht einen Ölwechsel. Ich lerne, dass das auf Spanisch „Cambiar Aceite“ heißt, mache die Mercedes Niederlassung ausfindig und finde nach ein paar Umwegen eine kleine Werkstatt, die den Ölwechsel macht.

Ich fahre raus nach Roquetas de Mar. Einer Retortensiedlung, in der es ein schönes Hotel mit Meerblick geben soll. Ich halte es aber nicht lange in diesem Rentnerparadies aus. Das gesamte Hinterland ist mit Gemüsefabriken zugestellt.

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Bei meiner Radtour fahre ich Kilometer für Kilometer an Plastikplanen entlang. Die Gewächshäuser werden hier nämlich als große Plastikzelte gebaut. Hier kommt die günstige Lidl Tomate her. Hier werden Gurken in Käfighaltung großgezogen. Zu kleine Gurken landen herzlos im Container. Menschen, die nach einer Reportage über Massentierhaltung zu Vegetariern werden, empfehle ich nicht, hier vorbeizuschauen. Aus Mitleid mit der Gurke könnten sie das Essen ganz dran geben.

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So wie das Hinterland komplett mit Plasticos zugebaut ist, sind die ersten 1000 Meter hinter dem Strand mit sogenannten Urbanisationen zugestellt. Nicht enden wollenden Siedlungen. Ein zäh sich hinziehender Häuserbrei. Allerdings haben es die Spanier in den letzten Jahren anscheinend ein klein wenig übertrieben. Ich sehe eine ganze Häuserzeile sehr hochwertig gebauter Ferienhäuser. Blick aufs Naturschutzgebiet und auf die Berge der Sierra Nevada. In keinem der 20 Häuser hat je ein Mensch gelebt. Alle Vorgärten sind mit mannshohem Dornengestrüpp zugewachsen.

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Endlich sehe ich, wo das ganze Geld der deutschen Landesbanken, etc. pp. gelandet ist. Vielleicht verteilt die Bundesregierung Urlaubsgutscheine an verdiente Steuerzahler, bevor die Häuser komplett im Dornengestrüpp versinken. Viellicht werden sie dann vergessen und wie Paestum erst in ein paar hundert Jahren wiederentdeckt. Man muss ja langfristig denken.

Für meinen Geburtstag suche ich mir in Almeria ein Hotel mit Badewanne und Blick auf die Maurische Burg. Ich kann schon früh einchecken und schaffe es von Samstag Mittag bis Sonntag Nachmittag etwa 5 mal in der Badewanne zu liegen, dabei Champagner zu trinken und spanische Renaissance Musik zu hören.

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Mein Geburtstagsessen gibt es in der besten Tapasbar von Almeria.

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Freitag ist der große Ausgehtag in Almeria. In einer Bar lerne ich Bob kennen, einen ehemaligen US Soldaten, der jetzt in Almeria wohnt und der in den 90ern genau wie H.G.  Atomraketen bewacht hat, die es nicht mehr gab.  Ich lerne eine kleine energiegeladene Spanierin kennen, die mir viel über das Leben in Almeria erzählt. Die Leute, die aus dieser Gegend kommen, sind ein bisschen wie die Leute aus dem Ruhrgebiet. Direkt, zuverlässig, etwas bärbeissig aber herzensgut. Als jemand erfährt, dass ich aus Deutschland komme, sagt er: „Tell Merkel, we are good people.“ Irgendwie schaffen die Deutschen es immer wieder, die Rolle des Bösewichts zu schnappen – oder nicht laut genug NEIN zu sagen, wenn sie Ihnen zugeteilt wird.

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Im 4 Stunden Körper wird das ultimative Trainingsgerät beschrieben. Die Kettlebell. Auch Hungarian Core Breaker genannt. Eine 25 kg schwere Hantel mit T-förmigen Griff. Damit 2 mal die Woche 5 Minuten trainiert und man bekommt Muskeln wie Poppeye. Sagt Ferris. Ich bastele mir den Corebreaker aus einer Gerüststütze, die ich im Baumarkt kaufe und absäge, aus einem plastik Schraubbehälter, den ich beim Chinesen kaufe und aus 25 kg Radschrauben, die ich auf einem Schrottplatz geschenkt bekomme. Solche Aufgaben in einer fremden Kultur zu lösen, macht mir Spaß. Hier übrigens das von Ferris vorgeschriebene Frühstück.

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