079_Orgiva – Kögelkollegen, Flohmarkt & Dombau

0641 2013_02_02

In einem Bioladen in Orgiva bekam ich eine Einladung zum Tag der offenen Tür bei der Landkommune Padre Eterna. Ein Hippie brachte Brot in den Laden, dass so deutsch aussah, dass ich gleich sagte: „Sieht ja lecker aus.“ – Am Lagerfeuer mit Blick ins Tal traf ich Dorothea und Konrad wieder, die mit ihrem vier Monate alten Sohn August auch in einem Postkögel unterwegs sind. Sie kommen aus Berlin, Konrad sprach mich auf dem Campingplatz in Cabo de Gata an, wo ich gerade für ein paar Minuten war, um mein Klo zu leeren. Er wollte wissen, wie man die hinteren Türen umdreht.

In Orgiva kamen sie ohne Kögel an, die Automatik Knopfschaltung hat ihren Geist aufgegeben. Das Ersatzteil ist aus Deutschland unterwegs. Konrad diskutiert in diversen Internetforen mit Experten, um eine Lösung zu finden. Wir treffen uns am nächsten Tag noch mal auf dem Flohmarkt. Anders als der Wochenmarkt ist der Flohmarkt eine reine Hippieangelegenheit. Sehr bunt.

Ein weiteres Tal gibt es in Orgiva. El Morrion. Dort leben Menschen meist in Wohnmobilen, es geht aber nicht ganz so verträumt und weltabgewandt zu wie im Beneficio Tal. Hier lerne ich Töni kennen, der seit fünf Jahren Geodätische Dome baut. Diese Kuppeln, die von Richard Buckminster Fuller in den 60er Jahren entwickelt wurden und die – weil sie schnell und leicht zu bauen sind – bei den Hippies großen Anklang fanden. Ich verabrede mich mit Töni und bin ganz begeistert. Vor zwei Jahren habe ich schon mal Geodätische Dome recherchiert. Hier könnte ich jetzt ganz praktisch einen bauen. Mit wetterfestem Leinen bezogen sehen die Dome richtig schmuck aus. Töni gibt mir und zwei anderen Interessenten bei Kaffee und Keksen einen Schnellkurs im Dombau. Wir sitzen in der Party / Konzerthalle von El Morrion, ein Dom, den er auch gebaut hat. Auf einem Tisch liegt ein Buch von Lloyd Kahn. Shelter. In dem diverse Häuser, Hütten, Tipis, freakige Wohnmobile etc., pp abgebildet sind. Ich spiele mit dem Gedanken, hier Dombau zu lernen und mir selbst unter Tönis Anleitung einen Dom zu bauen. Zufällig schlage ich das Buch von Lloyd Kahn bei seiner Biographie auf: Da steht: „Habe über 40 Dome gebaut, darin gelebt und gelernt, dass man nicht darin leben kann…“ Das macht mich stutzig, hatte ich doch schon ausgemalt, wie es ist in einer Reihe von Domen zu leben. Einige Tage später schreibe ich Lloyd Kahn eine Mail. Er antwortet mit einem Link auf seinen Blog. Jetzt will ich auch nicht mehr in einem Dom wohnen. Einen bauen eines Tages aber schon. Vielleicht als Gewächshaus.

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