082_Cadiz – Zombies & Laterna Magica

0701 2013_02_10

Um auch etwas vom Karneval zu haben, fahre ich in einem Zug nach Cadiz. Die bezaubernde Hafenstadt am Atlantik, die älteste Siedlung Westeuropas und karnevaltechnisch das Köln Andalusiens. Hier wird Karneval auch noch am Wochenende nach Aschermittwoch gefeiert. – Ein Tipp für die Kölner, die am Aschermittwoch noch nicht genug haben. Es ist Straßenkarneval. Umzüge. Und Gesangsgruppen, die mit Klanghölzern und Kazoos als Begleitung sehr witzige politische Texte singen, von den Texten habe ich so gut wie jedes Wort verstanden. – Um den Witz meines Hafermann Busfahrers zu kopieren – aber ich weiß nicht, was die Worte bedeuten.

Abends waren viele Jugendliche in der Stadt unterwegs. Verkleidet als Hühner, als Torro, als Torrero. Sehr bunt. Ich bin müde, etwas erkältet und gehe gegen 1 Uhr nachts zurück zum Kögel, den ich in einer ruhigen Nebenstraße geparkt habe. Um drei Uhr morgens schrecke ich aus dem Schlaf. Um mich herum Horden von völlig besoffenen Jugendlichen. Die gern mal zum Spaß an die Außenwand des Kögel trommeln. Ein Gerennne in beide Richtungen auf der ruhigen Nebenstraße. Was ist hier bloß los. Leicht aggressive Stimmung liegt in der Luft. Wie in schlechten Horrorfilmen aus den 7oern sitze ich im Auto und draußen torkeln die Alkozombies. Pressen ihr Gesicht an die Scheibe und grölen Whisky, Whisky, Whisky. Ich dachte, das muss ja gleich aufhören. Tat es aber nicht. Als gegen 6 Uhr ein dreister Karnevalist versuchte meine Nebelscheinwerfer abzumontieren, dachte ich: Jetzt ist es Zeit abzufahren. Ich kam aber nur 20 Meter weit. Vor mir stand ein Polizeiwagen und versperrte die Straße. Die Polizisten sortierten gerade die Situation mit Hilfe von Schlagstöcken. Ich fand einen ruhigen Platz im Gewerbegebiet, nicht ohne dass mir beim Rausfahren ein Karnevalsidiot noch sein Glas ans Auto geworfen hätte.

Am nächsten Tag wollte ich wissen. In was für einem Wespennest ich da geparkt hatte. Es war wieder die völlig ruhig und unscheinbare Straße. Etwa 200 Meter weiter nach einer Kurve lagen die Eingänge zu den drei wichtigsten Diskos von Cadiz und die ruhige Straße war die direkte Verbindung zur Altstadt.

Irgendwie hatte mir die Nacht den Spaß am Karneval verdorben. Obwohl die Tagsüber feiernden natürlich ganz andere Leute waren. Freundliche Spanier, lustig verkleidet und mit viel Spaß bei der Sache. Ich lief entlang des Strandes in die Stadt, schaute mit einer Laterna Magica von einem Turm aus die Sehenswürdigkeiten an und sah zu dass ich wegkam.

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