085_Unterwegs – Das Wetter & der perfekte Strand

0759 2013_02_20

Ich hoffe, zwischen Conil und Tarifa meinen Traumstrand zu finden. Einsam aber nicht allein. Nette Menschen, gern auch in anderen Bussen, aber keine Freaks mit Hundemeuten. Sonnig, vor allem sonnig und kein Wind. Mit dem Kögel direkt am Strand parken. Aber auch ein kleines Städtchen in der Nähe. Keinen endlosen Stadtbrei. Eine gute Rennradstrecke im Hinterland. Und einen Platz an dem man nicht von irgendwem weggeschickt wird. – Das wäre es schon.

Schon mit der Sonne wird es nix. Die gesamte iberische Halbinsel liegt unter einer Wolkendecke und so soll es noch die nächsten 14 Tage bleiben. – Da ich dies 5 Wochen später schreibe, kann ich sagen: Das Aprilwetter hat nicht aufgehört.  Wir haben hier das deutsche Wetter und in Deutschland hat man das russische Wetter. So hatte ich mir die Europäische Integration nicht vorgestellt. Wenn ich nicht schon hier wäre, würde ich sagen: Ich fahr in den Süden.

Es ist natürlich gemütlich, wenn man im Kögel liegt und der Regen prasselt aufs Dach. Aber irgendwann ist gut. Vor allem, wenn die beiden Dachluken nach ein paar Stunden Regen – dann hat sich ein kleiner Teich auf meinem Dach gebildet – etwas Wasser durchlassen. Nach der Reparaturaktion in Rudolstadt habe ich noch zwei weitere Abdichtungsversuche unternommen. In Punta Paloma, dem Kitesurferstrand steige ich mit einer Teerkartusche noch mal aufs Dach, um eine vierte Dichtungsschicht aufzutragen. – 5 Wochen später kann ich sagen: Hat alles nix genützt. Habe dann in Portugal einen sonnigen Tag dazu genutzt, beide Dachluken komplett auszubauen und mit drei Kartuschen Pattex 101 Dichtkleber wieder neu einzubauen. Sikaflex – das habe ich vorher genommen – ist der letzte Mist. Haftet nicht und dichtet nicht. Jetzt ist endlich alles dicht und trocken. Ein sehr schönes Gefühl, gerade wenn der Regen, wie jetzt wieder aufs Dach prasselt.

0744 2013_02_18

Auf dem Weg von Palmera an den Kitesurferstrand scheint die Sonne. Ich besuche Bolonina. Dort liegen die Ruinen von Baelo Claudia, einer römischen Stadt, die durch die Verarbeitung von Thunfisch zu Reichtum kam. Zweimal im Jahr ziehen vor der Bucht die Thunfische vorbei, wurden gefangen und im Hafen direkt zu Garum, einer Fischsauce verarbeitet, die im ganzen Imperium gekauft wurde.

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Garum Fabrik in Bolonia

Baelo Claudia liegt wirklich idyllisch. Für so etwas hatten die Leute der Antike ein Händchen. Paestum hat auf mich den gleichen Eindruck gemacht. Windgeschützte Bucht, clever angelegte Stadt. Flüsschen und Hafen. Was braucht man mehr? Und dann kam ein Erdbeben und der Untergang des römischen Imperiums und der Wirtschaftsstandort Baelo Claudia schmierte ab. Heute nur noch ein paar Grundmauern, ein paar Säulen, wo vorher Jahrhunderte das Leben tanzte.

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Der Strand von Baelo Claudia ist leider Museum und gesperrt und auch im idyllischen Bolonia kommt man mit dem Auto nicht gut ans Meer. Außer man ist eine Kuh. Die grasen nämlich am Abhang zum Meer. Ansonsten eine Häuserzeile: Einfamilienhäuser mit Meerblick. Hätte es einen geschützten Platz für den Kögel gegeben, wäre das der Traumstrand.

Die Nacht vor Bolonia verbringe ich auf einem Berg. Werde von seltsamen Geräuschen geweckt: Eine Kuhherde zieht vorbei. Später auch noch Ziegen. Laufen da einfach so rum. Als ich am nächsten Morgen die Straße herunterfahre, sehe ich nach einer Biegung Afrika. Afrika! Ich kanns kaum glauben: Hinter den Kühen, dass MUSS Afrika sein. Sieht so nah aus. Man kann Häuser auf der anderen Seite der Meerenge erkennen.

Der Kitesurferstrand ist perfekt: Weit, breit, mit einer Düne, die Schutz gegen Wind bietet. Und ein legaler Parkplatz direkt am Strand. Warum bin ich weitergefahren: Das Wetter: Für die nächsten Tage ist Wind und Regen angesagt. Am besten angezogen ist man mit einem Neoprenanzug.

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