095_Unterwegs – Einsame Klippen & Die alten Wämser VI

1006 2013_03_19

Ich fahre zur Festung von Sagres. Sehe die geheimnisvollen Löcher aus denen  Meeresungeheuer brüllen, Klippenangler und die berühmte „Kompassrose“.

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Abends finde ich ein Stück die Atlantikküste Nordwärts auf den Klippen bei Amado einen atemberaubenden Übernachtungsplatz. Eine Nachbarin 20 Meter weiter (diesmal ohne Hund) habe ich auch. Eine Deutsche, die in einem alten Setra Bus wohnt und die, als ich aus Höflichkeit beim Ankommen „Hallo“ sage, meint, dass sie Nachbarn nicht mehr gewöhnt sei. Es wären doch noch weiter unten andere Plätze für Wohnmobile. Das finde ich sehr seltsam und sehr unfreundlich. Trotzdem bleibe ich, denn die Aussicht hier ist eine der allerschönsten meiner ganzen Reise.

Am nächsten Tag ignorieren wir uns gegenseitig und ich rede angeregt mit einem Italiener, der wortgewaltig von der Schönheit dieser Stelle schwärmt. Ich habe eine diebische Freude an der Plauderei mit dem Italiener, der mir den Tipp gibt zum Cabo de Sardao zu fahren. Ich lasse mich vor der Felsenkulisse fotografieren, bedanke mich überschwänglich und wir erzählen noch ein wenig über dies und das. Alles auf Spanisch.

SAMSUNG

Die menschenfeindliche Deutsche ein paar Meter weiter versucht den Angriff auf ihre Einsamkeit in Meditationshaltung zu überstehen. Ich wünsche mir die Wittener Jungs her, um eine Ghettoblaster Party aufzuziehen, beschließe dann aber doch weiterzufahren. Kauf auf der Landstraße Richtung Norden, ich komme durch Aljezur sehe ich zwei Busse auf einem Parkplatz am Straßenrand. Die Wittener Wämser. Nach Cabo de Gata, Orgiva, Santa Fe, Ronda, Conil de la Frotera treffen wir uns hier zum sechsten Mal. Davon 5 mal „zufällig“.

Der lustige Basti ist abgereist. Er trampt mit Tony nach Belgien, dort muss er in einem Monat zu einer Hochzeit sein, danach trampt er nach Marokko um seine Schwester zu sehen, dann will er sich eine Mofa kaufen und damit mit seinem Hund über den Balkan nach Schweden fahren. Das hört sich nicht sehr glaubhaft und auch etwas bescheuert an, aber wie ich die Jungs kennen gelernt habe, wird er genau das tun und dabei eine Menge Spaß haben. Julian, den ich in Ronda das erste Mal gesehen habe, ist noch in Witten, er hat es vor Sehnsucht nach seiner Freundin nicht ausgehalten und ist zurückgeflogen. Eigentlich wollte er mit Jonas diese Reise machen. Quer durch Europa und zusammen nach Schweden, beide hatten sich zusammen den VW Bus gekauft.

Nach einer Nacht in Vale dos Homens, wo es nicht so schön ist, suchen wir entlang der Küste nach dem idealen Strand. Das Navi führt uns über kleine Sandwege und wir bleiben keine 50 Meter vor dem Anschluss an eine normalere Straße alle drei im Sand stecken. Bei den Jungs ist schon ein bisschen Freude über das Problem dabei. Eine Camel Trophy Aufgabe. Mit vereinten Kräften schaffen wir es nacheinander alle Wagen wieder flott zu kriegen. Der Trick. Man muss über den Sand eine Art kleiner Straße bauen. Zum Beispiel aus Unterlegkeilen oder Plastiknetzen. Wenn man dann fährt auf keinen Fall anhalten!

Die Mühe wird belohnt. In Zambujera do Mar bauen wir eine Wagenburg nahe an der Klippe. Über eine Treppe, neben der wegen des vielen Regens ein Wasserfall rauscht, kommen wir an den Strand. Schieferklippen, eine Höhle, ein Kletterberg frische salzige Luft.

In der Nacht kommt Julian zurück aus Deutschland und bringt seinen Vater, seinen Bruder und dessen Freundin mit. Alle finden ein im den beiden Bussen, einem Zelt und im Mietwagen ein Plätzchen zum Schlafen, während ein Wolkenbruch niedergeht.

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