105_Unterwegs – Cabo de Gata – Villaricos – Murcia

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Mit der guten Woche Strandleben wurde das leider nichts. Das hatte zwei Gründe. Die Sonne gab nur ein kurzes Gastspiel, es zieht sich wieder zu. Ich fahre noch eine schöne Runde Rennrad, dann kommt am zweiten Abend ein unerbittlicher Nationalparkwächter vorbei und schickt uns alle weg.

Für eine Nacht fahre ich zurück nach Isleta de Moros, wo ich im Januar fast drei Wochen war, aber jetzt fühlt sich das nicht mehr richtig an. Orte habe zu bestimmten Zeiten ihre eigene Magie, die sich manchmal nicht mehr einstellt, wenn man zurückkommt. Dann bleibt nur noch ein bittersüßer Nachgeschmack von Nostalgie.

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Als mir ein Spanier den Namen von Camaron de la Isla auf eine Serviette schreibt und mir erklärt, er sei der Elvis des Flamenco, muss ich an die schöne Zeit in Sevilla denken.

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Ich will beides gleichzeitig. Einen schönen ruhigen Ort finden, an dem ich länger bleiben kann und unterwegs sein und neue Gegenden kennen lernen.

Kurzentschlossen breche ich auf: Es muss ja wohl an der langen spanischen Küste noch ein paar schöne Buchten geben, wie hier im Nationalpark. Ich fahre und suche. Und finde nicht was ich suche. Ferienorte unter bleigrauem Himmel, dazu noch in der Vorsaison, endloser Häuserbrei, trist und unbewohnt. Die Landschaft karg, Bauruinen mit Meerblick und Straßenzüge austauschbarer Feriendomizile. Verrammelt und unbewohnt. Das ist trüb und traurig. Am Abend in Villaricos, einem einigermaßen erträglichen Feriendorf, habe ich einen akuten Anfall von Heimweh.

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Am nächsten Morgen treffe ich einen Schwaben wieder, den ich schon in Cabo de Gata sah. Er ist mit einem Lastwagen unterwegs, auf dem ein grau angestrichener Container montiert ist. Über dem Führerhaus hat er sich eine Plattform als Ausguck bauen lassen. Das ganze sieht aus, wie der Turm einer Ritterburg. Stühle vor die Tür stellen braucht er jetzt nicht mehr. Den Container kann er im Sommer auf ein Hausboot umsetzen, damit fährt er dann durch die Kanäle in und um Berlin herum. Ich frage, ob ich seine Burg besichtigen darf. Drinnen, alles in peniblster Ordnung. Eine kleine schwäbische WohnungEin kariertes Heft mit selbstgemalten Sodokus ist der einzige Hinweis, dass hier wirklich jemand lebt. Grauer Container, grauer Himmel, alles sehr trist. Ich will nicht bleiben, auch wenn es hier einen Stellplatz direkt am Strand gibt.

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Ich fahre durch nach Murcia und höre Flamenco, als ich Andalusien verlasse. Eine Region in Europa, die mir ans Herz gewachsen ist.

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