108_Unterwegs – Pau – Hospital St. Blaise – Ainharp – Oloron – Bescat

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Von Pau aus mache ich eine Landpartie. Das Wetter bleibt regnerisch durchwachsen. Ich übernachte im Weiler Hospital St. Blaise, der aus ein paar Häusern und einem romansichen Kirchlein besteht, das erstaunlicherweise Weltkulturerbe ist. Den Grund erklärt mir eine Kunsthistorikerin, die in der Kirche fest angestellt ist: Maurische Baueinflüsse, die wohl Handwerker aus Spanien mitgebracht haben.

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Ich fühle mich nicht ganz fit und fahre am nächsten Tag nicht weit. Beim Dörfchen Ainharp mit Blick auf ein wunderschönes Bergpanorama verbringe ich Nachmittag und Abend. Schaue ein paar alte BBC Dokumentationen von der Festplatte: „The Ascent of Man.“

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Am nächsten Tag komme ich im Baskenland an. Hinweisschilder, die ich nicht lesen kann. Leute mit Baskenmützen. Das Wetter weiterhin schlecht. Ich fahre zurück nach Oloron, dort ist am 1. Mai ein großer Jahrmarkt auf dem auch der beste Käse der Region prämiert werden soll. Ich tanze nicht in den ersten Mai, denn gießt in Strömen, ich bleibe zu Hause.

Am nächsten Tag ist es Aprilwettertrocken. Jahrmarkt mit Westerntanzkurs, diversen Buden und oben auf dem Hügel die Käseprämierung. Ich kaufe mir zwei Regenschirme für insgesamt 5 Euro. Der letzte ging mir vor ein paar Tagen kaputt, als ich die neue Wasserpumpe einbaute und es dabei zu schütten anfing.

Oloron wird von zwei Bergflüssen durchkreuzt, die hier Gaves heißen, wie mir die Buchhändlerin gleich am ersten Tag erklärt. Außerdem blüht in der ganzen Region eine schöne Pflanze, die aussieht wie Flieder.

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Ich fahre auf kleinen Straßen, die auf der Michelin Karte mit einer grünen Linie markiert sind, das steht für „Parcours pittoresque“. Und so ist es auch. Die Wolken verziehen sich für einen Moment und ich sehe schneebedeckte Pyrenäengipfel. Vor einer  traumschönenVoralpenlandschaft.

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Ich finde einen Picknickplatz mit Aussicht und bleibe nach all dem Herumgefahre der letzten Wochen für 3 Tage. Wenn es nicht regnet, gehe ich spazieren, sehe einen Fuchs, einen „Milan Royal“, wie mir ein Rentner erklärt. Ich lerne eine Nachbarin kennen, die wie ich hier in der freien Natur steht. Und zwar auch mit einem weißen Mercedes 308. Mich kommt eine Herde ausgerissener Bergpferde und Mulis besuchen und die Kühe auf der Weide klimpern mit ihren Glocken. Und endlich ist der graue Himmel aufgerissen, die Abendsonne scheint mir durch das Türfenster ins Gesicht. Es darf jetzt Sommer werden!

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