110_Unterwegs – St-JeanPied-de-Port St-Etienne-de-Baigorry – Col d´Ispeguy – Navarra

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Ich fahre nach St-Jean Pied-de-Port. Ein Ort, der das Pech oder Glück hat auf der Route nach St. Jago de Compostella zu liegen. Das bedeutet, dass man hier seit über1000  Jahren vom Tourismus lebt. Es schüttet. An einem Wohnmobilparkplatz fülle ich meine Wassertanks auf und mach das Klo leer. Dabei werde ich so richtig schön nass geregnet und ruiniere einen der Billigschirme vom Markt in Oloron. Mit entsprechender Laune komme ich in den Ort selbst.

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Eine Straßenbimmelbahn ist immer ein schlechtes Zeichen. St.-Jean Pied-de-Port hat so einen Mini pseudo Dampfzug, der durch die Gassen des Städchens gondelt. Pilger sind schlimmer als Touristen, denn Touristen haben keine Mission. Touristen wollen einfach nur gucken. Pilger dagegen, wandern ja nicht einfach nur durch die Landschaft, sie pilgern. Oh, ja. Pilgern. Pilger laufen hier überall mit diesen dämlichen Jakobsmuscheln am Rucksack durch die Gegend. Müssen sich Stempel in Pilgerherbergen abholen. Sie tragen wirklich Birkenstocksandalen und sehen aus wie Kirchentagsbesucher. Wenn es nicht regnen würde, würden sie sicher in der Straße neue aufgeschlossene Kirchenlieder zur Gitarre singen. Der Regen hat sein Gutes.

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Ich weiß, ich bin ungerecht. Denn ich habe mit keinem einzigen Pilger geredet. Ich hab auch noch nicht das Kerkeling Buch gelesen .Hab sie nur vom Weiten durch den Regen stapfen sehen. Und im Pulk vor dem Pilgerbüro in St.-Pied-de-Port Vielleicht sind sie total gut drauf. Möglich ist es. Möglich ist alles Mögliche.

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Ich übernachte in St-Etienne-de-Baigorry, weil ich hoffe, dass ich am nächsten Tag beim Weg über die Pyrenäen mehr sehe als suppigen Regen und tiefhängende Wolken.

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Von St-Etienne-de-Baigorry (Franzosen denken sich immer wieder phantastische Ortsnamen aus) will ich den Col d´Ispeguy nach Spanien nehmen, weil er mehr als hundert Meter niedriger ist als die Hauptstrecke. Bergserpentinen fahren ist für den Kögel keine Königsdisziplin. Ich fahre die die kleine Route den Berg hoch und auf der Passhöhe, wo eigentlich Spanien beginnen soll, entdecke ich einen neuen europäischen Staat. Navarra!

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An der Grenze weist kein Schild, kein Fähnchen, einfach nichts darauf hin, dass ich nach Spanien einreise. Nur ein großes Schild begrüßt mich in Navarra. Es geht die Serpentinen herunter und dann, endlich: Sonne.

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