111_Pamplona – I did it the Hemmingway

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Pamplona. Fiesta. Hemmingway. Auf dem Weg nach Pamplona lasse ich mir Hemmingways „Fiesta“ vorlesen. Ein sehr langatmiger und über weite Strecken einfach langweiliger Roman: Eine Clique Amerikaner lebt in Paris und trinkt viel. Sie fahren zur Fiesta nach Pamplona und trinken viel und streiten sich. Alle sind in die gleiche Frau verliebt, die eine kurze Affaire mit einem Torrero hat.

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Trotzdem hat es Spaß gemacht, den Roman zu hören, denn Hemmingway war kein übler Journalist und hat die Straßen und die Stadt recht genau beschrieben. Fast 90 Jahre später sind viele Dinge noch ganz genau so. Das Café Irun sieh noch genauso aus, wie zu Hemmingways Zeiten. Nur die Bar Hemmingway nebenan gab es damals wahrscheinlich noch nicht. Der Hemmingway Kult hält sich aber deutlich in Grenzen. Pamplona ist eine angenehme Stadt, deren Bewohner wirklich gern feiern und trinken.

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Die Estafetta genannte Straße, durch die bei der Fiesta de San Fermin die Bullen getrieben werden, ist die Ausgehmeile der Stadt.

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In einer Kneipe lerne ich eine Frau kennen, die ein Geheimrezept für eine spezial Sangria mit Rum, Wein, Wodka und noch anderen Zutaten hat. Das Zeug schmeckt wie leckerer süßer Saft. Neben ihr steht Pancho im Mexikaneroutfit. http://www.panchobalbuena.com

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Er arbeitet hier als Mariatchi, ist sehr lustig und macht versaute Witze. Sein Lieblingswitz ging so: „Der Liebe Gott hat mich vor meiner Geburt, vor die Wahl gestellt. Ein gutes Gedächtnis oder einen großen Schwanz. – Und, was hast du gewählt? – Ich kann mich nicht erinnern.“ – Diesen Witz erzählt er dann alle 5 Minuten. Hab ich dir eigentlich schon diese Geschichte erzählt, ich kann mich nicht erinnern. ..

Neben Pancho steht John, der die erstaunliche Fähigkeit besitzt, seine Zunge in sein eigenes Nasenloch zu stecken. Mit John und Saiona, einer cleveren und hübschen Frau, die als Datenschutzbeauftragte arbeitet ziehen wir noch in eine Bar, vis-a-vis von Hemmingways Hotel und reden bis fünf Uhr Morgens über alles Mögliche.

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Ich kann bestätigen, was in Hemmingways Fiesta steht. Die Leute aus Pamplona trinken gern und schmeißen auch gern eine Runde. Wir sprechen – alles in Spanisch – über Politik und Geschichte. Die ist in Spanien eigentlich genauso verzwickt wie in Deutschland. Die Regionen haben ihre eigene stolze Geschichte. Navarra ist wirklich ein eigenes Land. Mitten in der Stadt steht ein Denkmal, dass an die Fuerras erinnert, die althergebrachten Rechte. Der spanische Bürgerkrieg nur der letzte in einer langen Reihe von Kriegen, in denen es um Kämpfe zwischen der Zentralregierung und den Regionen ging, zwischen Fortschritt und Konservativen. Selbst an unserem Biertisch war es so. Saiona – übrigens ein baskischer Name – links von Herzen und John – der einen Schokoladenladen betreibt – rechts.

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Es ist auch immer wieder interessant zu sehen, wie man in Europa durch die Zeitalter springt. Ein Abend mit viel Bier in Navarra. In ein paar Sätzen kommt man von den alten Römern über einen König der im 15. Jahrhundert Pamplona endlich vereinte (Pamplona bestand aus drei nebeneinander liegenden Städten, die sich über Jahrunderte bekriegten) über die Carlistenkriege zu Merkel und zum Euro.

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Nur bei einer Sache sind sich alle einig. Ich soll auf jeden Fall zur Fiesta von San Fermin wiederkommen. In der Calle Estafetta, hängt eine Uhr die Tage, Stunden und Sekunden rückwärts zählt, bis Sanfermins wieder losgeht.

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