118_Unterwegs – Canal du Midi, Beziers, Sète, Uzes

1845_2013_05_21

Von der Katherer Burg konnte ich das Mittelmeer ja schon sehen. Am nächsten Tag fahre ich hin. Frankreich hat auch geschafft, fast die gesamte Küste in einen hässlichen Freizeitpark zu verwandeln. Ich finde einen der wenigen Parkplätze, die nicht mit einer Querstange über der Einfahrt für Wohnmobile gesperrt sind. Hinter dem Deich das Mittelmeer. Im Mittelmeer ein parallel zur Küste liegender Steinwall als Wellenbrecher. Der meiste Teil des Strandes gehört privaten Campingplatzen. In den Dörfern dahinter Vergnügungsparks. Es gibt nichts traurigeres als Vergnügungsparks in der Vorsaison. Kurz. Es gefällt mir nicht.

Einige Kilometer hinter der Küste verläuft der Kanal du Midi. Ein Projekt aus Zeiten Ludwig XIV. Der Plan: Mittelmeer und Atlantik mit einem Kanal zu verbinden. Klingt größenwahnsinnig, hat aber geklappt. Heute wachsen entlang des Kanals dicht an dicht 300 Jahre alte Platanen. Es sieht ein wenig aus wie in Flandern. Und es ist endlich mal sonnig und warm. Ich mache eine Radtour am Kanal entlang nach Beziers. Auf den ersten Blick ist Beziers heute eine komplett moslemische Stadt. Die Stadt wurde durch Simon de Montfort bei den Katharer Kreuzzügen niedergebrannt. Als er gefragt wurde, wie man denn Katherer von normalen Christen unterscheiden könnte, soll er gesagt haben: „Verbrennt sie alle, der Herr wird die seinen erkennen.“ Hoffen wir mal, dass sich solche Kreuzzüge in Europa nicht wiederholen. Die ganze Geschichte ist in der Region 800 Jahre später noch sehr präsent. Denn seither sitzen die Herren des Landes in Paris, dass sich vorher selbst regierte.

Ich schaue mir ein Schleusensystem des Kanals an, dass heute noch verwendet wird. Leider endet bei Beziers die asphaltierte Strecke und ich fahre zurück zu meinem Platz am Kanal bei Vias.

Am nächsten Tag fahre ich nach Sète. Es gibt dort einen Espace Gerorges Brassens, direkt gegenüber des Friedhofs mit Meerblick auf dem er begraben liegt. Gute Ausselltung in der Brassens selbst über sein Leben erzählt. Ich kaufe ein Buch mit allen Texten. Die Stadt ist hübsch. Für die Mittelmeerküste sogar kaum touristisch.

Weiter gehts ins Inland. Ich will einen schönen Ausgangsort für Radtouren finden. Auf dem Weg nach Uzes schickt mich das Navi direkt durch die Innenstadt von Nimes. Ich fahre direkt am berühmten Tempel vorbei. Hier war ich schon mal als Reiseleiter. Uzes ist eine der ältesten Baronien Frankreichs. Der Familie gehört immer noch die halbe malerische Stadt. Ich parke direkt am Wahrzeichen der Stadt, dem Kathedralturm. Pastistrinken auf dem mit Arkaden und Platanen gesäumten Marktplatz.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s