121_Malaucène – Mt Ventoux, Ein Jahr Kögel & Boulodrome

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Ich fahre nach dem Markt nach Malaucène weiter, da ich im Internet gelesen habe, dass die Tour in diesem Jahr über Malaucène auf den Mt. Ventoux fahren wird – und vorher noch 220 km die Rhone von Givors herunter fahren – Angeber. Und ich will genau die Strecke fahren, die die Tour nimmt. (Nachtrag: Leider haber ich dann vor dem Fernseher sehen müssen, dass es zwar durch Malaucène ging, aber dann noch mal über den Col de la Madleine nach Bédoin und von die klassische Strecke auf den Mt. Ventoux – zu spät.)

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Als ich 2005 das erste Mal den Mt Ventoux hochgefahren bin habe ich mich eine gute Woche nicht getraut. Bin ein paarmal völlig erschöpft vom Rad gestiegen und hab zwischendurch einen Kaffe getrunken. Es war höllsich heiß. Nach gut 4 Stunden war ich oben.

Diesmal hatte ich wegen der Wettervorhersage keine Zeit mich zu fürchten oder vorzubereiten. Ich fahre einfach am nächsten Tag hoch. Ich habe Glück mit dem Wetter. Es ist sonnig aber kaum windig und nicht zu heiß. Von Malaucène sind es 21 km mit 1558 Metern Höhenunterschied – das entspricht etwa 5 mal den kompletten Eiffelturm hoch. Im Schnitt sind es 7,5 % Steigung und gern auch mal 11,5%.

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Nach einiger Zeit gewöhnte ich mich daran von Rennradclubs mit dürren Fahrern überholt zu werden. Man sagt ja so schön, dass jeder sein eigenes Tempo finden muss. Und beim Bergfahren ist mein Gewicht nicht gerade ein Plus. Aber egal. Ich habe mich hochgekämpft, tapfer die Trockenfrüchte vom Markt in Bedoin gegessen, um nicht wie Froome heute in Alpe de Huez einen Hungerast zu bekommen. (Radsportbegeisterte können hieraus schließen, wann ich das schreibe.) – Ich freue mich über jeden Kilometerstein. Halt durch. Bleib tapfer. Ein paar mal steige ich kurz für ein Foto ab. Aber keine Kaffepause, kein ausgepowertes am Straßenrand liegen, wie 2005. Ich erreiche glücklich den Gipfelstein. 3 Stunden und 3 Minuten. Eine Stunde besser als 2005. Für die Abfahrt hab ich mir lange Handschuhe mitgebracht. Ich mache mich gerade rechtzeitig auf den Weg, hinter mir wälzt sich eine Nebelwand, der ich gerade eben davonfahre.

Unten angekommen gibts Champagner – ich freu mich über die Tour und feiere, dass ich seit einem Jahr im Kögel wohne. Abends lerne ich eine deutsche Familie kennen, die jedes Jahr zum Boulespielen nach Malaucène kommt. Sie spielen bei Laternenschein direkt neben meinem Parkplatz. Es ist lustig und ich lerne ein paar Bouletricks dazu.

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In den nächsten Tagen hält sich das Wetter wider erwarten und ich kann noch die schöne Tour um die Dentelles de Montmirail fahren ohne viel Regen abzubekommen.

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