131_Rudolstadt – Traurige Nachricht & buntes Festival

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Ich habe bis zum Festival in Rudolstadt noch fast 4 Tage. Die Zeit will ich nutzen, um meinen Blog auf den heutigen Tag zu bringen. Seitdem in Südfrankreich mein Laptop seinen Geist aufgab, habe ich nix mehr geschrieben. Ich finde einen schönen Platz direkt an der Saale. Leider nicht ganz so schön. Ein einbeiniger Akkordeonspieler teibt hier seit Jahren zu Festival Zeiten ein Unwesen und spielt Volkslieder. Da es bis zum Festival noch 4 Tage sind und er die Lieder mit voller Lautstärke direkt vor meiner Tür spielt bin ich nicht ganz so begeistert. Es gibt noch einen richtig heftigen Streit, da mich seine Fans anblaffen, weil ich Musik in meinen Auto höre. Der Mann wäre immer hier und sonst würde da nie jemand stehen. Ich versuche ihnen zu erklären, dass es jetzt anders sei und dass man ja mal miteinander reden könnte. Das hätte der einbeinige Akkordeonspieler aber nicht für nötig gehalten. Der spielt weiter seine Wanderlieder und schwadroniert vorher noch herum, wie man als 68er sich mit den schlimmen Taten seiner Eltern auseinandergesetzt hätte. Ein politisch Guter auch noch. Währenddessen blafft mich ein 60 jähriges Groupie von ihm an, ich sei ein Arschloch, weil ich ja ihren Hund schlecht behandelt hätte. Mir platzt der Kragen. Ich erkläre ihr brüllend, dass der Köter versucht habe mein Brot vom Tisch zu klauen und das ich den blöden Hund daraufhin weggeschubst hätte. Leider sammelte sich um diesen Akkordeonspieler das Gesocks von Rudolstadt. Ich suchte mir einen anderen Platz.

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Das schreibe ich auch deshalb so ausführlich, weil ich mich davor drücken will zu schreiben, was am 2. Juli passiert ist. Morgens klingelt mein Telefon und meine Mutter sagt mir, dass meine Tante mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht wurde. Am Donnerstag, 4. Juli wird Mittags das Beatmungsgerät abgeschaltet. Meine Tante ist gestorben. Sei wurde 78 Jahre alt.

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Das Festival auf dem ich eigentlich Silke, Ingo und Jona treffen wollte lenkt mich ab. Ich bin froh, nicht allein zu sein. Ich spreche viel mit meinen Eltern über Skype. Ich habe Glück Micha und Anja wiederzutreffen. Wir hatten in Portugal vor dem Flohmarkt in Barao de Sao Jao nebeneinander gestanden. Sehr liebe Menschen, die in einem umgebauten Sparkassen Bus leben. Mit Ihnen bin ich auf dem Festival unterwegs. Sie stehen mir bei. Das tut gut. Auch Anja, Schorse und Oskar treffe ich. Spaß und Traurigkeit liegen in diesen Tagen direkt beieinander.

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