142_Leipzig – Saucool & künstlerisch wertvoll

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Leipzig soll saucool sein. Das schreibt zumindest ein Artikel in der FAZ.

 http://www.faz.net/aktuell/reise/nah/szene-stadt-leipzig-vergesst-prenzlberg-12281749.html

Ich habs geglaubt und bin hingefahren. Seitdem weiß ich, dass die FAZ kein Lifestylemagazin ist. Ich bin an den beschriebenen coolen Ort gefahren und leider wars nur eine langweilige Wohnstraße. Aber immerhin mit schönen Altbauten. Eine sichere Bank für Coolnes in Leipzig ist die sogenannte Karli, also die Karl Liebknechtstraße. Hier gibts nette Kunst an den Wänden und diverse Bars und Kneipen. Sehr sympathisch fand ich eine abgehalfterte Kneipe – Sie hieß glaub ich Flower Power – in der eine kleine Kuh an einem Seilbahnmechanismus über der Bar im Kreis herum gezogen wurde. Im Flower Power gab es an dem Abend Karaoke und keine wirklich begabten Sänger. In Leipzig wird gar nicht so unverständlich Sächsisch geredet, wie man es erwartet. Die Leute sind nett und bodenständig. Wer mitte zwanzig ist muss einen kuhartigen Nasenring tragen. Wie soll ich es nur freundlich ausdrücken? Kuhartige Nasenringe sehen bei Menschen einfach bescheuert aus. Da aber hier jeder so einen Nasenring hat, fällt es den Bewohnern von Leipzig nicht mehr auf.

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Leipzig macht sich nicht so wichtig wie Berlin, ist aber auch nicht so wichtig. Es gibt nette Cafes und günstige Restaurants. Alles übersichtlich an der Karli aufgereiht. Und es gibt die alte Baumwollspinnerei. Eine riesige Backstein Fabrikanlage, wohl mal die größte Europas, die heute der Kunst gewidment ist oder auch noch leersteht.  In der alten Baumwollspinnerei gefällt es mir. Hier gibts Platz und wahrscheinlich günstige Ateliers dazwischen berühmte und teure Galerien. Dann mal eine Fahrradschmiede. Ein Durcheinander, dass die Kreativität anregt.

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In einem Gebäude hat man jungen Malern Ateliers gegeben in denen sie wohnen können. Ich stolpere in die Künstler WG, als die meisten Maler beim Mittagessen sitzen. Eine schüchterne Koreanerin erklärt mir ihre Werke. Genau wie ihre japanische Kollegin stellt sie demnächst in Berlin in einer Galerie aus. Orte wie die Baumwollspinnerei haben auf mich den Effekt, dass ich denke. Das will ich auch.  In einer großen alten Halle herumfurwerken, sich verrückte Sachen ausdenken und dann auch herstellen. Ich sehe mehr Kunst, die mir gefällt, als in Berlin.

 Spontan beschließe ich noch einen Tag in Leipzig zu bleiben. Ein Buntes Viertel im Westen der Stadt. Hier gibt es auf einem leeren Grundstück mitten in der alten Bebauung einen Biergarten, der so sympathisch improvisiert ausschaut, dass man erwartet, dass gleich Pipi Langstrumpf vorbeikommt, um mit Peter Lustig ein Weizen zu trinken. Sie haben sogar eine Biergarteneigene Ziege.  Zwei Straßen weiter hat jemand eine DDR Turboprop Verkehrsflugzeug auf eine Halle geschraubt.

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