150_Unterwegs – Brünn (Brno) – Znaim (Znojomo) – Waldviertel (Österreich)

2413_2013_09_12

Brünn soll auch sehr schön sein, sagt mein Reisebuch. Ist es sicher auch, aber mit Städten ist es, wie mit Menschen, die man neu kennen lernt. Manche mag man auf Anhieb und mit anderen wird man nicht warm. Manchmal weiß man die Gründe, manchmal sucht man sich Gründe für ein Gefühl, dass einfach da ist zusammen. Brün war mir für das was ich gerade wollte zu groß. Schnellstraßen und Trams. Alles, was eine Provinzhauptstadt braucht. Und noch mehr als Olmütz, dass ja eine Grenzbastion des k.u.k. Reiches war, kam mir Brün vor, wie eine moderne österreichische Stadt. Mit dem einzigen unterschied, dass hier alle eine Sprache sprechen, die ich nicht im Ansatz verstehe.

Ich komme am frühen Abend an und höre fast eine Stunde einer exzellenten Straßenband zu, die mittelalterliche Musik macht. Weytora. Sie erklären dem Publikum den Inhalt der Lieder auf Tschechisch. Ich verstehe kein Wort. Sie singen auf Latein. Ich verstehe, um was es geht.

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Am nächsten Tag noch mal ein Bummel durch die Stadt. In Brün gibt es ein Krokodil und ein Rad, dass in der Mythologie der Stadt eine wichtige Rolle spielt. Auch ein verdrehter Fialturm über der Figur der Gerechtigkeit ist hier wichtig. (Der Bildhauer wurde wohl nicht ordnungsgemäß bezahlt und hat so seinem Ärger Ausdruck verliehen)

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Eine Sache habe ich nicht klären können: Warum in manchen Verkehrsschildern in Brün ein Rohr steckt, aus dem Wasserdampf aufsteigt?

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Ich verlasse die Stadt am nächsten Tag, finde eine Tankstelle, an der ich auch meinen Wassertank wieder auffüllen kann. 100 Liter bringen mich 8 bis 10 Tage weiter. Ich hab gelernt, sparsam mit Wasser umzugehen. Was aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht über Badewonnnen in Badewannen freuen würde.  Das gewellte Land, durch dass ich fahre gefällt mir. In der Nähe von Brünn fand die Schlacht von Austerlitz statt, auf die sich Napoleon so viel eingebildet hat. Heute nur noch ein Wegweiser an der Landstaße an dem man zu schnell vorbei ist, um noch im Vorbeifahren ein Foto zu machen. Sic transit groria mundi.

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Znaim ist doch nicht das kleine Provinzstädtchen, dass ich mir erhoffte. Ich bleibe eine Nacht und mache einen Abstecher durchs Waldviertel in Österreich, weil die Karte sagt, die Strecke ist schön. Wenn ich ehrlich bin – es reißt mich nicht vom Hocker. Das Waldviertel heißt nicht umsonst so. Es hat viel Wald. Zurück in Tschechien sehe ich eine bezaubernde Abtei über einem See, die von den Kommunisten dann doch nicht abgerissen wurde und  eine Windmühle, deren Funktionsweise ich nicht wirklich begreife.

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